Wappen der 'verbürgerlichten' Wizlawiden

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Minnetuch

3. Generation: die Kinder Wizlaws I.

Jaroslaw
Lebenszeit: nach 1215 - 1242/43;
erste urkundliche Erwähnungen: 8. November 1231 mit Namen, 3. Oktober 1232 als Probst von Tribsees;
war 1232 - 1242/43 Probst von Rügen und Tribsees;
unverheiratet;
Beisetzungsort: unbekannt

Jaromar II.
Lebenszeit: vor 1220 - 1260;
erste urkundliche Erwähnungen: 8. November 1231 mit Namen, 28. September 1246 als Mitregent seines Vaters, April 1249 als Fürst;
Heirat: vor 1248 mit Euphemia von Pommerellen;
war 1249 - 1260 regierender Fürst von Rügen;
bei einem von Jaromar brutal geführten Feldzug während innerdänischer Auseinandersetzungen wird er in Schonen durch eine rächende Frau mit dem Dolch getötet;
Beisetzungsort: unbekannt, vielleicht die Klöster Bergen auf Rügen oder Neuenkamp (Franzburg)

Hier seht ihr die Abbildung von zwei Reitersiegeln des Fürsten Jaromar II., wobei es sich meiner Meinung nach um den selben Siegelstempel handeln könnte.

Petrus
Lebenszeit: nach 1215 - 1237;
erste urkundliche Erwähnung: 8. November 1231;
unverheiratet;
Beisetzungsort: unbekannt

Wizlaw
Lebenszeit: um 1220 - 1243/44;
erste urkundliche Erwähnung: 8. November 1231;
unverheiratet;
Beisetzungsort: unbekannt

Burislaw
Lebenszeit: vor 1231 - 1237;
erste urkundliche Erwähnung: 8. November 1231;
unverheiratet;
kam evtl. durch einen Reitunfall ums Leben;
Beisetzungsort: unbekannt

Nikolaus
Lebenszeit: vor 1231 - 1237;
erste urkundliche Erwähnung: 8. November 1231;
unverheiratet;
Beisetzungsort: unbekannt

Siegel Jaromars II.

Jaromar II. verlieh zwei wichtigen Orten im Fürstentum Rügen das Stadtrecht (Barth 1255 und Damgarten 1258). Zudem engagierte er sich stark für die Kirche, indem er 1251 dem Predigerorden (Dominikaner) und 1254 dem Orden der Minderen Brüder (Franziskaner) Niederlassungen in Stralsund gewährte, aus denen sich das Katharinenkloster und das Johanniskloster entwickelten. Schließlich schenkte er 1252 das Land Reddevitz (das nördliche Mönchgut) dem Kloster Hilda (Eldena) bei Greifswald. Die Skulptur eines Künstlers zeigt ihn am Mönchguttor in Baabe in bewusst kriegerischem Auftreten - und das nicht von ungefähr. Dazu mehr im nächsten Abschnitt.

Skulptur Jaromars II. am 'Mönchgut-Tor'

Jaromar II. - eine sehr persönliche Betrachtung

Der Strauß Rosen auf dem Stein vor dem Helligåndshuset in Næstved, dem heutigen Stadtmuseum, ist den Opfern des grausamen Jaromar gewidmet, der bei einem Platz namens Husvolden vor den Toren dieser Stadt mit seinen Rittern, Kriegsknechten und Söldnern ein von der Königin geführtes seeländisches Bauernheer besiegte und dabei ein furchtbares Gemetzel anrichten ließ, bei dem laut Überlieferung bis zu 10.000 Menschen starben.

Die Katastrophe begann, als der kriegerische Fürst in der Auseinandersetzung zwischen der dänischen Krone (Christoph I., nach dessen gewaltsamen Tod die Königswitwe Margarete Sambiria) und der hohen Geistlichkeit (Erzbischof Jakob Erlandsen von Lund und Bischof Peder Bang von Roskilde) Partei für die kirchliche Seite ergriff, und das in regelrecht fanatischer Weise. Kurz nachdem Jaromar im April 1259 mit seinem Heer auf Sjælland (Seeland) gelandet war, kam es am 14. Juni 1259 zur besagten blutigen Schlacht bei Næstved. Es ist sogar überliefert, dass der Bischof von Roskilde den Toten aus dem Bauernheer ein christliches Begräbnis verwehrt hatte!
Danach zog der Fürst, eine Blutspur hinterlassend, durch Sjælland nach Kopenhagen und eroberte Stadt und Königsburg. Noch heute erinnert der Name “Jarmers Plads” (Jaromarsplatz) in Kopenhagen an die Stelle, an der sein Heer die Stadtmauern durchbrach. (Die sich heute dort befindende Turmruine entstammt jedoch einer späteren Zeit.)
Im Folgejahr unternahm Jaromar II. einen weiteren Kriegszug gegen Dänemark, zusammen mit seinem in Zabrod (Schaprode) ansässigen Lehnsmann Andreas Erlandsen, dem Bruder des Erzbischofs. Diesmal plünderte und brandschatzte sein Heer die Inseln Lolland, Falster, Møn und Bornholm. Die auf dem anderen Foto gezeigten Ruinen sind die der von Jaromars Männern zerstörten Königsburg Lilleborg auf Bornholm. Mehr als 200 Verteidiger starben während der Erstürmung, bei der sicher auch die damals gefährlichste Waffe, die Blide, zum Einsatz kam.
In Skåne (Schonen), wo der Fürst ebenfalls schwere Gewalttaten zu verantworten hatte, vollzog sich dann der letzte Akt des Dramas. Eine Bauersfrau, deren Mann zuvor von Jaromar ermordet wurde, tötete ihn schließlich mit einem Dolch.
Laut späteren Überlieferungen (z.B. der Lübecker Detmar-Chronik) soll es noch nach Jahrzehnten so gewesen sein, dass der Name dieses Fürsten selbst bei den Enkeln nur mit Furcht und Abscheu ausgesprochen wurde. Und noch lange nach seinem Tod haben dänische Bettler, wenn ihnen Almosen mit Fürbitte für den Seelenfrieden Jaromars gegeben wurden, diese empört ausgeschlagen.

Für mich ist Jaromar II. ein abschreckendes Beispiel, wohin blinder Hass und Fanatismus führen können. Gerade in unserer heutigen Zeit sollte das jede/r bedenken. Nichts rechtfertigt die Taten dieses Rügenfürsten in den Jahren 1259 und 1260, keine falsche Demonstration, nach der Heidenzeit der Vorfahren nun ein “einhundertfünfzigprozentiger Christ” zu sein, und auch keine angebliche “Rache für 1168”.
Dagegen haben andere Wizlawiden wahrlich christlich gehandelt, Jaromar I. zum Beispiel. Man kann ihm den Vorwurf machen, vielleicht ein “Wendehals” gewesen zu sein, doch ich sehe das anders: Welche Alternative blieb ihm denn, als den neuen Glauben anzunehmen und ihn unter seinem Stamm zu verbreiten? Dadurch hat er den Ranen weiteren Krieg mit hohem Blutzoll erspart, der ihre Existenz am Ende bedroht hätte. Und er hat den Grundstein zu Versöhnung und Freundschaft zwischen den ranischen und den dänischen Menschen gelegt.
Und schließlich Wizlaw III., der Enkel des blutigen Jaromar. Ja, auch er war Angehöriger des Kriegerstandes. Ja, auch er hat Kriege geführt als Lehnsmann des dänischen Königs, namentlich gegen Stralsund und die anderen aufstrebenden Seestädte des Wendischen Städtebundes. Das habe ich schon an anderer Stelle kritisiert. Und er hat diese Kriege verloren - nicht nur, aber vielleicht auch, weil er gerade nicht so gehandelt hat wie sein Großvater. Sicher war ihm ritterliches Handeln wichtiger als ein “Sieg um jeden Preis”. Ursächlich für Wizlaws Niederlagen war jedoch, dass sich die gesellschaftlichen Verhältnisse zugunsten der Städte entwickelt hatten. Doch bleiben wir allein bei Wizlaw als sensiblen Minnesänger (bei dessen Dichtung übrigens noch zu untersuchen wäre, inwieweit auch die dänische Sprache darauf Einfluss nahm): Was für ein kultureller Unterschied zu seinem Vorfahr! Was für eine Toleranz, auch in religiösen Dingen! Was wird Wizlaw empfunden haben, wenn er auf der Königsburg in Vordingborg oder anderswo auf den dänischen Inseln zu Gast war und mit den Schandtaten seines Großvaters konfrontiert wurde? Hatte es ihn gar bewogen, in Næstved ein Sühnekreuz zur errichten?

(Alle drei Bilder sind private Fotos des Autors.)

Rosen für die Opfer des grausamen Jaromar II. Ruinen der Lilleborg auf Bornholm

Jaromar 2. - en meget personlig bemærkning

Den buket roser på stenen foran Helligåndshuset i Næstved, nu bymuseet, er dedikeret til ofrene for den grusomme Jaromar. Denne fyrste af Rygien (Rügen) besejret med sine riddere, soldater og lejesoldater på et sted kaldet Husvolden ved porten denne by, det ene ledet af dronningen sjællandsk bondehær og lad det forårsage en frygtelig massakre, hvor der ifølge traditionen, op til 10.000 mennesker døde.

Katastrofen begyndte, da den krigeriske fyrste i striden mellem den danske krone (Christoffer 1., efter hans voldsomme død, kongens enke Margrete Sambiria (Margrete “Sprænghest”) og den høje gejstlige (ærkebiskop Jakob Erlandsen af Lund og biskop Peder Bang af Roskilde) part for kirken side tog, og ligefrem fanatisk måde. Kort efter Jaromar var landet i april 1259 med sin hær på Sjælland, fandt sted den 14. juni 1259 til den nævnte blodige slag om Næstved. Det er endda berettede, at biskoppen af Roskilde havde nægtet en kristen begravelse til de døde fra bondehæren!
Efter trukket fyrsten, et spor af blod efterlod, gennem Sjælland til København og erobrede byen og kongelige slot. Stadig huske navnet ”Jarmers Plads” i København til det punkt, hvor hans hær brød igennem murene. (Men i dag ligger der ødelagte tårn stammer fra et senere tidspunkt.)
Året efter Jaromar 2. gjort en anden kampagne mod Danmark, sammen med hans i Skaprød (Zabrod, Schaprode) baseret vasal Andreas Erlandsen, bror til ærkebiskoppen. Denne gang plyndrede og hærgede hans hær øer Lolland, Falster, Møn og Bornholm. De viste på den anden foto ruiner er det der ødelagt af Jaromars mænd konges borg Lilleborg på Bornholm. Mere end 200 forsvarere døde under stormen, hvor sikker blev også brugt på det tidspunkt mest farlige våben, trebuchet.
I Skåne, hvor fyrsten var også ansvarlig for grov vold, derefter tog det sidste akt af dramaet. En bonde kvinde, hvis mand tidligere var blevet myrdet af Jaromar, endelig dræbte ham med en dolk.
Ifølge senere tradition (som der Lübeckere Detmar Chronicle) det blev sagt at være så selv efter årtier, at navnet på denne fyrste var udtalt selv når børnebørnene kun med frygt og afsky. Og længe efter hans død har danske tiggere, når de fik med bøn for fred i sindet Jaromars givet almisse, disse slået ud indigneret.

For mig Jaromar 2. er en afskrækkende eksempel på, hvad blind had og fanatisme kan føre. Især i vores tid, at alle bør det betænke på. Intet retfærdiggør handlinger denne fyrste af Rügen i årene 1259 og 1260, ikke en falsk demonstration, i henhold til hedensk tid forfædre nu at være en ”halvandet hundrede procent kristne”, også ingen påståede “hævn for 1168 (1169)”.
I modsætning hertil har andre Wizlawiden (Huset Wizlaw/Vitslav) virkelig handlede kristelig, Jaromar 1. for eksempel. Du kan gøre det anklagen om, at de kunne have været en vendekåbe, men jeg ser det anderledes: Hvilke alternative forbliver selv derefter, da at acceptere som den nye tro, og til at sprede det blandt hans stamme? Således har han sparede Rani-folket en ny krig med en høje dødstal, som ville have truet deres eksistens i slutningen. Og han lagde grunden til forsoning og venskab mellem det raniske og det danske mennesker.
Og endelig Wizlaw 3., barnebarn af den blodige Jaromar. Ja, også han var medlem af kriger klasse. Ja, han har udført som en vasal af den danske konge, især mod Stralsund og de andre nye maritime byer i Vendiske byerforbund. Jeg har allerede kritiseret andetsteds. Og han har tabt denne krig - ikke kun, men også måske, fordi han har bare ikke handlede som hans bedstefar. Sikker ridderlige handling han var vigtigere end en ”win for enhver pris”. Dog var årsag til Wizlaws nederlag, at sociale forhold havde udviklet til fordel for byerne. Men vi forbliver udelukkende med Wizlaw som følsomme trubadur (i hvis digtning den måde ville være at undersøge, hvorvidt det danske sprog til indflydelse voksede): Hvad en kulturel kontrast til hans forfader! Hvad en tolerance, selv i religiøse spørgsmål! Hvad vil have følt Wizlaw, da han var gæst på det kongelige slot i Vordingborg eller andre steder på de danske øer og blev konfronteret med de grusomheder i hans bedstefar? Havde det bevæget endda ham til at bygge en kors til soning (penitential kors) i Næstved?

(Alle tre billeder er private fotos af forfatteren.)

Die Siegelabbildungen habe ich entnommen aus:
Fabricius, C. G. ”Urkunden zur Geschichte des Fürstentums Rügen unter den eingeborenen Fürsten”, Stettin 1851

Die Quellen, auf die ich mich bei meiner Arbeit vorrangig gestützt habe (chronologisch geordnet):
1. Hagen, Fr. H. v. d. “Minnesinger, Deutsche Liederdichter des 12., 13. und 14. Jahrhunderts I - IV”, Leipzig 1838
2. Fabricius, C. G. ”Urkunden zur Geschichte des Fürstentums Rügen unter den eingeborenen Fürsten”, Stettin 1851
3. Dannenberg, H. ”Pommerns Münzen im Mittelalter”, Berlin 1864
4. Pyl, Th. “Lieder und Sprüche des Fürsten Wizlaw von Rügen”, Greifswald 1872
5. Dannenberg, H. ”Münzgeschichte Pommerns im Mittelalter”, Berlin 1893
6. Pyl, Th. ”Die Entwicklung des pommerschen Wappens, im Zusammenhang mit den pommerschen Landesteilungen”, in Pommersche Geschichtsdenkmäler VII, Greifswald 1894
7. Behm, O. “Beiträge zum Urkundenwesen der einheimischen Fürsten von Rügen”, Greifswald 1913
8. Gülzow, E. ”Des Fürsten Wizlaw von Rügen Minnelieder und Sprüche”, Greifswald 1922
9. Haas, A. ”Arkona im Jahre 1168”, Stettin 1925
10. Hamann, C. ”Die Beziehungen Rügens zu Dänemark von 1168 bis zum Aussterben der einheimischen rügischen Dynastie 1325”, Greifswald 1933
11. Scheil, U. “Genealogie der Fürsten von Rügen (1164 - 1325)”, Greifswald 1945
12. Rudolph, W. ”Die Insel Rügen”, Rostock 1954
13. Steffen, W. ”Kulturgeschichte von Rügen bis 1817”, Köln, Graz 1963
14. Vá
ňa, Z. ”Die Welt der alten Slawen”, Praha 1983
15. Gloede, G. ”Kirchen im Küstenwind - Band III”, Berlin 1984
16. Herrmann, J. (Hg.) ”Die Slawen in Deutschland - Ein Handbuch”, Berlin 1985
17. Spiewok, W. ”Wizlaw III. von Rügen, ein Dichter”, in: Almanach für Kunst und Kultur im Ostseebezirk, Nr. 8 (1985)
18. Spitschuh, B. ”Wizlaw von Rügen: eine Monografie”, Greifswald 1989
19. Lange, A. “Tausendjähriges Ralswiek”, Bergen 1990
20. Hages-Weißflog, E. “snel hel ghel scrygh ich dinen namen - Zu Wizlaws Umgang mit Minnesangtraditionen des 13. Jahrhunderts”, in: ”Lied im deutschen Mittelalter. Überlieferung, Typen, Gebrauch”, Tübingen 1996
21. Bleck, R. ”Untersuchungen zur sogenannten Spruchdichtung und zur Sprache des Fürsten Wizlaw III. von Rügen” GAG Folge 681, Göppingen 2000
22. Schmidt, I. ”Götter, Mythen und Bräuche von der Insel Rügen”, Rostock 2002
23. Jahn, L. ”Wizlaw III. von Rügen - Fürst und Minnesänger” und ”Wizlaws Liederbuch”, Hofgeismar 2003
24. Sobietzky, G. “Das Fürstentum Rügen und sein Geldwesen”, Stralsund 2005
25. Kratzke, Ch., Reimann, H., Ruchhöft, F. “Garz und Rugendahl auf Rügen im Mittelalter”, in: Baltische Studien, Neue Folge Band 90 (2004), Kiel 2005
26. Ruchhöft, F. “Die Burg am Kap Arkona” (Reihe: Archäologie in Mecklenburg-Vorpommern, Band 7), Schwerin 2010
27. Reimann, H., Ruchhöft, F., Willich, C. “Rügen im Mittelalter” (Reihe: Forschungen zur Geschichte und Kultur des östlichen Mitteleuropa, Band 36), Stuttgart 2011
28. Ev. Kirchengemeinde St. Marien Bergen auf Rügen (Hg.) “Das bestickte Leinentuch aus dem Zisterzienserinnenkloster Bergen auf Rügen”, Bergen auf Rügen 2013

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