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7. Kapitel

Wislaw und Witzlaw
– eine märchenhafte Rügener Geschichte –

aufgeschrieben 1474 vom Ritter Satko zu Saatel, übersetzt ins Neuhochdeutsche von Jens Ruge aus Hamburg ;-)

Kapitelübersicht:
1 Der freche Greif oder Ohne Witzlaw wäre alles sooo schön einfach!
2 Brautwerbung am Königshof oder Sonnige Aussichten für Wislaw
3 Der Weg in die Zukunft oder Unter der Last der Vergangenheit
4 Entscheidung auf dem Rugard oder Der falsche Alexander
5 Dem Tod entronnen oder Schicksalsschlag in Riga
6 Minnesang und Ritterspiel oder Die Hochzeit von Rujana
7 Im siebten Himmel oder Oh, liebliche Minne!

Im siebten Himmel
oder

Oh, liebliche Minne!

Die Hochzeitstafel wird aufgehoben, und das ist auch wörtlich gemeint, aber alle bleiben zusammen. Dragomar von Jasmund, der Mundschenk, kommt und hinter ihm zieht beziehungsweise schiebt je ein Knappe einen kleinen Wagen, auf dem ein Fass liegt. Der Schenk: „Majestät, hochwürdiger Bischof, edle Fürstin und edler Fürst, liebes Brautpaar, ihr Damen und Herren, ihr Mägde und Knechte, jetzt gibt es eine Überraschung. Dieser Wein hier ist etwas ganz Besonderes und von weit her aus dem Ungarland. Der Herr Michael Karolyi ist von seinem König mit einem wunderbaren Weinberg belehnt worden, und der Wein dieser edlen Trauben ist hier drin. Das Fass musste eine lange Reise zurücklegen. Mal auf einem Fluss - der erste war der Samosz, der letzte die Odra - dann wieder auf einem Fuhrwerk, bis es in Stetin angekommen war, dort, wo wir auch sonst immer unseren Wein mit dem Schiff abholen. Der Weinberg dort ist ja auch gut. Aber dieser! Probiert selbst!” Ein begeistertes Murmeln geht durch den Palas. Und noch mehr, nachdem jede und jeder den ersten Schluck genossen hat.

Hinrik von Vitzen, der Vater des Knappen Arnold, früherer Burgvogt der alten Barder Fürstenburg und nun Verwalter der neuen Curia, spricht in dieser gelösten Stimmung den Prinzen an: „Herr Wislaw, stimmt es, dass Eure Ahnen diesen Felsen erklimmen mussten, um König von Rügen zu werden, damals in der Heidenzeit?” Wislaw beginnt herzhaft zu lachen: „Diese Sage hält sich ja wirklich lange! Im Grunde ist es eine schöne Geschichte, nur stimmt sie leider nicht.” „Wie auch, jeder, der versucht hätte, ihn vom Ufer aus zu ersteigen, wäre unweigerlich abgestürzt”, wirft Margarete ein. „Mein Wislaw hatte mir den ’Stuhl des Königs’ genannten Felsen gezeigt, als ich das erste Mal im Lande Rügen war.”
„Na, dann möchte ich euch erzählen, wie es sich wirklich bei uns früher zugetragen hat. Eigentlich ganz einfach:” Wislaw grinst über sein ganzes Gesicht. „Keiner der Edelleute wollte König werden, sich dem Orakel fügen und dann noch den Kopf hinhalten müssen, wenn deswegen ein Unternehmen mal wieder schiefgegangen ist. Und so blieb es auf den Volksversammlungen immer dabei: ’Macht ihr das mal weiterhin. Ihr habt das schon immer gemacht und könnt es sehr gut.’ Unsere Adelsfamilien waren da viel schärfer drauf, einen der ihren bei den Priestern unterzubringen, und am besten gleich den Oberpriester zu stellen.”
Ritter Dragomar verzieht das Gesicht und verdreht die Augen. Ahnt er etwas? „Als Oberpriester hattest du einfach mehr Macht und Einfluss als, als König”, schließt der Prinz. Und er ist wieder mal glücklich, hier zu leben und unbefangen auch über die alte Zeit sprechen zu können. Kein Bischof von Roskilde hebt mahnend den Finger, wenn er von der Heidenzeit berichtet. Kein König von Dänemark wirft einen bösen Blick, wenn er an den alten Zwist erinnert.
Ja, es war richtig, was er damals in Vordingborg und Næstved getan hatte!
Und jetzt kommt es, diesmal vom Herrn Marquardus mit der Platten: „Na, lieber Herr Dragomar, erinnert das Euch an etwas? Erzählt doch mal, warum Ihr ZWEI Rauten in Eurem Wappen habt! Oder soll ich es tun?” „Ist ja schon gut. Was soll’s. Also dann: Sechs Jahre bevor Euer großer Ahne, edler König, und Euer großer Vorfahr im Amt, hochwürdiger Bischof, die Tempelburg Arkona erobert hatten und das Standbild des Swantewit stürzen ließen, sollte aus dem Kreis der Priester der neue Oberpriester gekürt werden. Das wurde immer durch das Los entschieden, indem jeder Bewerber sein Zeichen auf eine der vier Seiten eines Kantholzes eingeritzt hatte. Bei meiner Familie war das eben die Raute aus unserem Wappen. Wenn nach dem Loswurf eine leere Seite nach oben zeigte, war man ausgeschieden. Solange aber mehr als ein Holz ein Zeichen oben hatte, wurde zwischen denen weiter gelost, bis ein Sieger feststand. Und, nun ja, unseres hatte zwei Rauten darauf, eine oben und eine unten.”
„Und das war niemandem aufgefallen?”, kommt es aus der Runde. „Erst als Tessemer bereits zum Oberpriester geweiht war. Doch da war es längst zu spät. Was hätte denn das Volk gedacht, wenn das höchst angesehene Amt im Lande unrechtmäßig erlangt worden wäre?” Herr Dragomar hebt entschuldigend die Schultern. „Zur Strafe wurde Eurer Familie dann auferlegt, dass Ihr zwei Rauten in Eurem Wappen führen müsst, damit jeder sieht: Das sind die, die mit ihrem Orakelstab betrogen hatten”, lacht Herr Marquardus. „Ja, ja, ist schon gut.” „War doch nicht so gemeint. Ich weiß doch, dass Ihr ein guter Mann seid!”

Der Disput zwischen beiden Rittern ginge am Ende so weiter und Herr Dragomar hätte vielleicht Herrn Marquardus noch etwas wegen Granza unter die Nase gerieben, wenn nicht Wislaw diesen versöhnlichen Moment nutzen würde: „Meine lieben Gäste, nun möchte ich euch ein neues Lied singen, das den Mai und meine Liebste ehrt.” Er greift seine Harfe und schreitet in die Mitte des Saales:

„Wohlan, Herr Mai, ich schenke Euch meine Huld,
denn meine Frau schreitet daher in prächt’gem Gewand.
Ihr Schmuck, ihr Kleid, ihr Leib, all das lag mit Geduld,
der kalte Schnee, das Eis, der Wind dies tat dem Land.
Entnommen sind sie dem Schrein,
meine Frau, die macht sich fein.
Sie tritt heran,
als ob sie spräche: ’Seht mich an,
ihr Mädchen, Frau und Mann.’”

„Sehr schön!” „Ein Ton, der zum Mitsingen einlädt!” „Jetzt kann es nur noch besser werden, bin schon gespannt!” „Ich auch!” „Mal sehen, was unser junger Herr jetzt noch so singt?”

„Meine Frau weiß, dass ich lobe den Mai.
Noch lieber ist mir, wenn ich von ihr hab’ gehört.
Das kommt von ihrer Güte, die ist so vielerlei.
Unter tausend Frauen hätte ich nur sie gekührt.
Meine Frau ist so schön,
dass unter dem Himmelsthron
noch keine Frau tat
je die Güte, die meine hat.
Preiset sie, dies ist mein Rat.”

„Wunderbar!” „Diese Stimme! Diese Lust!” „Die dritte Strophe stellt alles in den Schatten!”
Wislaw geht zu Margarete, gibt ihr einen Kuss, legt seine Harfe weg und setzt sich wieder neben sie. Dann schaut er in die Runde und hat Mühe, ein Grinsen zu unterdrücken.
„Herr Wislaw, wo bleibt denn die dritte Strophe?” „Mein Sohn, fehlt da nicht etwas?” „Ach, lass ihn! Oder soll ich dich zwicken?” „Bruderherz, was ist los mit dir?” „Sambor, schön, dass du ’Bruderherz’ gesagt hast.” Eufemia und Sophia streichen ihm über den Arm. „Ist das eine ganz neue Weise?” „Nein, das glaube ich nicht. Zum Minnelied gehören seit eh und je drei Strophen.” „Nicht immer. Zu Zeiten des Königs Shelomo war das noch nicht so streng. Aber hier fehlt trotzdem etwas.” „Ja, immer, wenn es spannend wird!”
Der Ranenprinz ergötzt sich geradezu an diesem Wortwechsel. Ein klein bisschen noch, dann: „Meine lieben Gäste, die dritte Strophe ist nur für meine Liebste da. Zumindest heute. Irgendwann spricht sie sich sowieso herum. Vermutlich werde ich mich verplappern. Aber heute hört sie nur Gretka.”

Dann ist es soweit: Johann, der neue Bischof von Roskilde, geleitet beide in die Kemenate. Wislaws Eltern und Geschwister, König Erik, Herzog Waldemar folgen ihnen, und auch die anderen Gäste nach ihrem jeweiligen Rang. Der Geistliche segnet das Paar und das Bett. Und dann bittet er alle anderen, mit ihm das Zimmer zu verlassen. „Ganz zufällig” „vergisst” Wislaws früherer Schildknappe dabei seine Sackpfeife - nachdem er beiden von ganzem Herzen alles Glück der Welt gewünscht hatte.
Jetzt sind sie allein. Endlich. Wie schon so oft. Aber diesmal ist alles anders. Sie umarmen sich. Sie küssen sich. Lange.

Wislaw singt für Margarete sein erotischstes Minnelied zu Satkos Dudelsack

Dann, irgendwann, nimmt Wislaw den Dudelsack an sich, der einfach so da liegt. Noch ein Kuss, dann bläst er erst ganz sacht in die Sackpfeife hinein und setzt in leisem, fast schon geheimnisvollem Ton an:

„Sähe ich die Gute nach meinem Willen gedrängt,
so ließ ich gern all meine Wünsche vor fahr’n.
Dann hätte sich mein Wille mit ihrem vermengt:”

Margarete, mit schelmischem Unterton: „Liebster, was ist dein Wille, der auch der meine ist?” Wislaw, befreiend laut, fast schon in vollem Überschwang:

„In einem Bette wir uns zusammenschar’n.”

Margarete lächelt verführerisch und „droht” zugleich mit dem rechten Zeigefinger, als ob sie sagen will: ’Wislaw, du Schlimmer!’ Dieser dudelt ein wunderschönes Zwischenspiel als Übergang zum Abgesang, dann mit erregter Vorfreude:

„Vielleicht kann Glück ich fassen,
und sie wird mir’s zulassen?
Es ist so nah!”

„Ja! Nun komm schon zu mir, mein Witek!” Eigentlich kommt sie zu ihm, knöpft ihm schon den Ärmel des einen Armes auf, während er mit der Hand des anderen und der Luft aus seinem Mund der Sackpfeife Töne entlockt, die beiden höchste Lust bringen. Dann laut, freudig, befreiend, mit lustvoll heller Stimme:

„Von ihr hört’ ich ein lieblich ’Ja!’.
Mit Lust komm’ ich: ’Allda! Ah! Ah!’”

Sie küssen und liebkosen sich, und ziehen sich gegenseitig aus, und küssen und liebkosen sich, und sinken auf das Baldachinbett. Dann küsst sie seine Narbe auf dem rechten Oberschenkel. Wislaw umarmt dabei Margaretes Kopf. Das machen sie immer so, seit diese Narbe zu Wislaw gehört. Ja, seit er sie hat, ist er nicht mehr ganz so stürmisch. Aber er ist dafür noch zartfühlender geworden. Dann zieht er sie zu sich hinauf, ganz behutsam. Sie umschlingen sich fest, sie spüren ihre Herzen schlagen, dann stößt er in sie hinein, ganz rücksichtsvoll, ganz liebevoll.
Für Wislaw ist es immer selbstverständlich gewesen, dass es seine Pflicht ist, dafür zu sorgen, dass sie sich dabei schützten. Aber jetzt sind sie verheiratet, jetzt können sie sich grenzenlos lieben. Und sie tun es mit vollem Herzen. Es ist eine Wonne! „Mein Liebling, kannst du noch ein wenig an dich halten? Ich fühle mich gerade so wohl.” „Ja, Liebes.” Sie genießen höchste Lust, dann schnell, hell, laut: „Allda!” - „Ah!” - und nochmal gemeinsam: „Ah!” Dann schlummern sie ein und träumen.

Wislaw und Margarete minnen sich nach Herzenslust

Sie träumen von sich und sie träumen auch davon, wie sie kurz vor der Hochzeit in Dänemark waren, um König und Bischof nach Rügen zu begleiten. Da waren sie auch beim freundlichen Priester von Kirkerup, der ihnen seine ausgemalte Kirche zeigte. Sie erkannten sich sofort wieder, so gut hatte der Maler sie abgebildet, in ihren zu eng und zu kurz gewordenen Kleidern. Sogar Wislaws bernsteinfarbenes und nach slawischer Sitte getragenes Haar hat er bedacht. Ja, sie müssen sie unbedingt an ihrem Hof einführen, diese Kleidung, die mehr von den Schönheiten der Menschen preisgibt! Sie träumen davon, wie schön es ist, in Ländern zu leben, in denen auch die Kirche duldsam ist mit ihren Schäfchen. Sogar die Predigerbrüder von Sankt Katharinen, in ihrem Kloster gleich neben dem Fürstenhof in Stralessunt, sind es. Wichtig ist auch für sie nur, dass man mit dem Herzen unserem Herrn zugewandt ist und für die Mitmenschen gottgefälliges Werk tut. Was spielt es denn da für eine Rolle, wenn man sich schon vor der Ehe minnt?
Sie träumen lange, sehr lange, und immer noch, als die Sonne schon hoch am Himmel steht und die Kemenatentür geöffnet wird. „DAS KANN”, Agnes kneift wieder mal ihrem Mann in den Arm, deshalb jetzt etwas leiser: „doch wohl nicht wahr sein! Wann nochmal hatte der letzte Hahn gekräht? Satko, du bist zwar nicht mehr sein Knappe, aber unternimm was!” Der junge Ritter angelt sich seinen Dudelsack, der neben dem Bett liegt, und spielt darauf eine köstliche Melodie: Ganz leise beginnend, dann immer mehr anschwellend, bis er ihm höchste Töne entlockt. Jetzt werden beide wach. „Wo sind wir?” „Ach so, am Fürstenhof.” „Und es wird langsam Zeit, dass ihr aufsteht!”

Denn die Bauern warten schon, um beide in die Badestube von Bard zu entführen, die wendischen und auch die sassischen, die diese Sitte bisher noch nicht kannten. Einmal in den Zuber gesetzt, stellen Gretka und Witek fest, dass das Labsal nicht schlechter als damals in Næstved ist, und die hiesigen Bauern ebenso gut mit den Birkenruten umgehen können wie die dänischen. Schließlich wird das Paar frisch eingekleidet und von den Bäuerinnen und Bauern an den Fürstenhof zurückgeleitet. Immer mehr Stadtbewohner schließen sich ihnen an. Die Kinder der Bauern und Städter rennen ausgelassen und mit bunten Bändern und Tüchern wedelnd dem Zug vorneweg. So kommen sie tanzend und singend am Hofe an. Es sind solche Bekundungen aus dem Volk, die das junge fürstliche Paar immer wieder so glücklich machen.

Und schon beginnt ein weiterer Tag mit einem Fest für alle. Niemand ist ausgeschlossen.
 

Epilog

Jahre sind ins Land gegangen. Wislaws Vater und Bruder waren bereits verstorben, er selbst inzwischen Fürst der Rujanen, doch Nachwuchs hatte sich trotz der starken Liebesbeziehung zwischen Margarete und Wislaw bisher nicht eingestellt. Erik, der König, den wegen seiner Eidesformel damals schon alle Menved nannten, kam eines Tages auf seinen treuen Lehensmann und ritterlichen Genossen zu und legte ihm seine Hände auf die Schultern: „Mein Freund, es tut mir von ganzem Herzen leid, dass mein Niftel Euch noch keinen Sohn und Nachfolger schenken konnte.” „Lieber Herr und König, mein Freund, verzeiht, aber warum sollte Margarete daran Schuld haben? Es kann doch auch sein, dass mein Samen zu schwach ist? Wir können nur eines machen: Uns immer wieder mit allen Sinnen und aus tiefstem Herzen lieben. Und auf die Gnade unser aller Herrn hoffen.” Erik schaute seinen Freund entgeistert und zugleich mitleidig an. Alles hatte er erwartet, nur das nicht. Als König wusste er, was sonst in solchen Fällen passierte, selbst für höchst gestellte Damen. Diese hatten dann noch das größte Glück, wenn ihr Ehemann und Herr den Papst um einen Dispens ersuchte und diesem stattgegeben wurde. Ansonsten mussten sie mit Verstoßung und Schlimmerem, weitaus Schlimmerem, rechnen. Und Wislaw sagte diese Worte, so einfach, so selbstverständlich. „Mein König, lasst uns gemeinsam einen Erbvertrag aufsetzen, damit alles in guten Bahnen verläuft, wenn es Margarete und mir doch nicht vergönnt sein sollte.” „Ja, das machen wir.” König Erik Menved strich seinem Freund über den Arm und wusste wieder mal, warum der Fürst Rügens von allen sein liebster Vasall war.

Satko IV. Gebet um das Andenken Wislaws und um Beistand für seinen Lehnsherrn
die beiden Wappen des Fürstentums Rügen 1474

Das ist der kurzgefasste Inhalt von drei denkwürdigen Urkunden:
Tribuses (Tribsees), 9. April 1305 (PUB Nr. 2216):
Wizlaw, Fürst der Rujanen, verschreibt seiner Gemahlin Margarete auf seinen unbeerbten Todesfall die Städte Tribuses (Tribsees) und Grimme (Grimmen) mit den dazu gelegenen Ländern und Mannen, sonst aber nur die Stadt Grimme mit 800 Hufen zu ihrem Leibgedinge.
Dieser Text ist mittelniederdeutsch verfasst und enthält u.a. folgende Passage, die auf eine innige Beziehung trotz Kinderlosigkeit deutet: „Wie Wizslawe ... useme leven wive vor Margharethen ...” („Wir Wizlaw ... unserem lieben Weib Margarete ...”)
vor Nykøbing, 15. November 1309 (PUB Nr. 2563):
Erik, König der Dänen und Slawen, leiht für den Fall, dass nach unbeerbtem Versterben des rujanischen Fürsten Wizlaw dessen Lande an das dänische Reich kommen, den Gebrüdern ... von Putbus und dem Johann von Gristowe für sich und ihre Nachkommen die (damaligen) Inseln Wittow und Jasmund.
Ribniz (Ribnitz), 14. April 1310 (PUB Nr. 2610):
Erik, König der Dänen und Slawen, verschreibt (als Lehnsherr des Rügenfürsten) der Frau Margarete, Gemahlin Wizlaws, Fürsten der Rujanen, die Städte Tribuses und Grimme zum Leibgedinge, mit dem Vorbehalt, diese mit 2000 Mark reinen Silbers einzulösen, falls der Fürst unbeerbt versterben sollte.

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